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Paten für Geflüchtete in Rosenheim

Im Juli 2015 übernahm die Bürgerstiftung Rosenheim das Projekt „Paten für Gefüchtete“ von der Sozialen Stadt Rosenheim. Nach vielen Gesprächen mit dem Stiftungsvorstand und Stiftungsrat, der Stadtverwaltung, der Sozialen Stadt und den ehrenamtlichen Paten hat sich dieser Weg als gute Vorrausetzung für die weitere Entwicklung des Projektes angeboten.

Seit Januar 2016 konnte mit Hilfe einer Stifterkooperation der Bürgerstiftung Rosenheim mit der OVB-Medienhaus-Stiftung, der Sparkassen-Stiftung „Zukunft für die Stadt Rosenheim“, dem Wirtschaftlichen Verband Rosenheim und weiteren Spendern eine Halbtagsstelle zu der Patenkoordination für die nächsten fünf Jahre geschaffen werden. Ein Büro konnte mit Hilfe einer Spende der Sparda-Bank im Bürgerhaus Miteinander in der Lessingstraße eingerichtet und bezogen werden.

In dem Projekt „Paten für Geflüchtete“ engagieren sich Rosenheimer Bürger ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe. Es werden Ausflüge unternommen, gemeinsam gekocht, Deutsch gelernt und Hilfe bei der Bewältigung täglicher Probleme geleistet. Die Paten begleiten die Flüchtlinge zu Ärzten und Ämtern und bahnen Kontakte zu Vereinen oder Gruppen an.

Die Paten können selber entscheiden, wie intensiv sie den Flüchtling betreuen, wieviel Zeit sie investieren wollen und welche Aufgaben sie übernehmen. Aufgrund dieser offenen Strukturen ist dieses Ehrenamt auch besonders attraktiv für junge Familien, Studenten und Schüler. Gruppierungen also, die im klassischen Ehrenamt eher weniger zu finden sind.

Paten für Geflüchtete

Für die Bürgerstiftung hat sich mit der Koordinierung des Projekts somit die Möglichkeit ergeben in den Kontakt zu über 300 Ehrenamtlichen zu treten, die sich von nun an innerhalb der Bürgerstiftung ehrenamtlich engagieren. Die Willkommenskultur in Rosenheim, das Schaffen von Chancengleichheit, die Integration, sowie die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements sind zentrale Themen der Satzung der Bürgerstiftung. Stiftungsvorstand und Stiftungsrat haben sich deshalb einstimmig für die Übernahme dieses Ehrenamt Projekts entschlossen.

Die Koordinierungsstelle des Projekts wurde von Christian Hlatky, der das Projekt bereits innerhalb der Sozialen Stadt betreut hat, besetzt.

Die Paten hatten mit dieser Umstrukturierung zudem die Möglichkeit auf eine unabhängige Beratung bei der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit, da die Koordinierung nicht mehr innerhalb der Stadtverwaltung angesiedelt war. Vielen Paten war dies ein großes Anliegen.

Mit den wachsenden Zahlen der ankommenden Flüchtlinge im September und Oktober 2015 in Rosenheim und mit der verbundenen Eröffnung der Luitpoldhalle als Erstaufnahmeeinrichtung, ist auch das Engagement der Rosenheimer Bürger sprunghaft angestiegen. Das Thema Flüchtlinge hielt Deutschland und auch vor allem die grenznahe Stadt Rosenheim in dieser Zeit fest in Griff und war in den Medien allgegenwärtig. Alleine in den beiden Herbst-monaten 2015 haben sich deswegen über 100 neue Ehrenamtliche bei der Bürgerstiftung gemeldet.

Bei einem Informationsabend im Bürgerhaus Happing am 22.September 2015 kamen über 80 interessierte Bürger, um sich über die Möglichkeiten des Ehrenamts innerhalb der Flüchtlingshilfe zu informieren. In den folgenden Wochen wurden zahlreiche Patenschaften vermittelt, ehrenamtliche Deutschkurse gestartet, und Flüchtlinge in der Luitpoldhalle versorgt. Das ganze wurde in enger Abstimmung mit dem Sozialamt, der Sozialen Stadt, der Asyl-sozialberatung der Diakonie und der Caritas organisiert.

Gemeinsam mit ehrenamtlichen Paten, Vertretern des Sozialamtes und des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien wurden Informationsveranstaltungen an Rosenheimer Schulen organisiert. Am Ignaz-Günther-Gymnasium, am Finsterwalder Gymnasium, am Karolinen Gymnasium, an der Privaten Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer Rosenheim und an der Mädchenrealschule wurden die Schüler über die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Rosenheim und Deutschland aufgeklärt. Die Schüler hatten die Möglichkeit, über das aktuelle Thema mit den Experten zu diskutieren und viele Fragen zu stellen.

Auch Parteien wie die Grünen und die FDP oder Firmen wir Marc´o Polo luden die Paten und Christian Hlatky ein, um sich über die Situation der Flüchtlinge zu informieren. Im Dezember 2015 konnte die Bürgerstiftung dann auf über 270 ehrenamtliche Helfer zurückgreifen.

In Zusammenarbeit mit Schülern des Ignaz-Günther-Gymnasium wurde im April 2016 eine ehrenamtliche Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlinge organisiert. Jeden Montag und Mittwoch konnten Flüchtlinge ihre Hausaufgaben in Ruhe erledigen und wurden durch ehrenamtlich engagierte Schüler, Studenten und Paten unterstützt.

Ebenfalls seit April 2016 bietet die Bürgerstiftung Rosenheim im Rahmen des Patenprojekts für Geflüchtete in der Nähstube Kurse für Frauen und Männer an, denen die Grundfertigkeiten des Nähens vermittelt werden. Diese erfahren hierdurch nicht zuletzt Anerkennung ihrer Fähigkeiten. Der Erfolg zeigt sich u. a. darin, dass Teilnehmer bereits in Praktika einheimischer Unternehmen vermittelt werden konnten.

Um den Paten gute Vorrausetzungen für ihr Ehrenamt mitzugeben, hat die Bürgerstiftung 2016 zahlreiche Fortbildungen angeboten. Der Umgang mit traumatisierten Menschen, interkulturelle Kompetenzen, die rechtliche Situationen im Asylverfahren und die Rolle der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe wurden genauer beleuchtet und mit den Teilnehmern der einzelnen Fortbildungen diskutiert.

In vielen Runden Tischen wie der Arbeitskreis Integration der Volkshochschule Rosenheim, der Arbeitskreis Asyl des Sozialamtes Rosenheim oder der Koordinierungsgruppe Asyl der Stadt und des Landkreises Rosenheim ist die Bürgerstiftung Rosenheim regelmäßig vertreten.

In Kooperation mit der Stadtverwaltung wurde im Oktober 2016 ein „Dankeschön Abend“ für alle Ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer im Bürgerhaus Happing organisiert. Über 150 Personen nahmen die Einladung dankend an.

Die derzeitige Hauptaufgabe der Koordinierungsstelle ist die Beratung der Paten im Umgang mit dem laufenden Asylverfahren, die Vertretung der Interessen der Ehrenamtlichen in den Beratungsgremien der Stadt Rosenheim und die Öffentlickeitsarbeit, um neue Ehrenamtliche für die Arbeit zu begeistern und zu gewinnen.